Champagner gilt als das Synonym für Luxus schlechthin. Für Laien mag der Grund dafür auf dem ersten Blick nicht vollkommen ersichtlich sein, schließlich gibt es geschmacklich einwandfreie Schaumweine aus allen möglichen Weinanbaugebieten dieser Welt. Champagner punktet im Vergleich zu seiner Konkurrenz allerdings mit geschützter Regionalität, denn seine unvergleichlich erlesenen Aromen bringen ausschließlich die Weinberge und Herstellungstraditionen der Champagne hervor.
Champagner – ein exklusiver Zufall?
Ist es Zufall oder Schicksal, dass Champagner als das exklusivste Getränk der Welt Karriere machen konnte? Diese Frage kann natürlich nicht eindeutig beantwortet werden, handelt es sich dabei doch um eine Angelegenheit des persönlichen Glaubens eines jeden einzelnen Genießers. Allerdings liegt es nahe an das Schicksal zu glauben, denn dass ein schnöder Zufall den Champagner als erlesenen Gaumenkitzel aus dem absoluten High-End-Bereich hervorgebracht hat, erscheint etwas trivial.
Die historischen Fakten sprechen aber eine sachliche Sprache: Champagner, heute als traditionsreicher, geschmacksintensiver und perlender Schaumwein allererster Güteklasse weltweit angesehen, hat seinen Ursprung in einem so genannten Weinfehler. Aufgrund mangelnder Kenntnisse in der Weinherstellung und Lagerung hat sich vor Jahrhunderten unabsichtlich Kohlensäure in den Weinen aus der Champagne entwickelt.
Was die damaligen Weinbauspezialisten, die Mönche, als Fehler interpretierten, schmeckte den französischen Adligen besser als herkömmlicher Wein: Die Geburtsstunde des Champagners ist also bereits in ihren Ursprüngen eine fürstliche oder gar königliche Angelegenheit. Dass die hohe Gesellschaft derart angetan vom eher zufällig – oder doch schicksalshaft – entstandenen Champagner war und nach wie vor ist – ist neben seiner typischen regionalen Geschmacksnote auch der speziellen Herstellungsart geschuldet.
Champagner: Luxus hat Methode
Champagner speist seinen aromatischen und bouquetreichen Geschmack zum einen aus den Trauben, die in den Weinbergen der Champagne besonders intensiv gedeihen. Verantwortlich dafür ist vor allem das dortige Klima, denn obwohl sich die Champagner-Region im nordfranzösischen Binnenland befindet, hat der raue Atlantik seine wohlschmeckenden Auswirkungen auf die Trauben, die zu Champagner weiterverarbeitet werden.
Eine weitere Besonderheit des Champagners bzw. seiner Produktion stellt das in der Champagne entdeckte und kultivierte Herstellungsverfahren dar: Champagner erhält seine prickelnde und in der Folge perlende Wirkung im Zuge der Flaschengärung. Der Großteil der Schaumweine aus anderen Weinregionen wird im Fass vergärt.
Allerdings bedienen sich inzwischen auch andere Produzenten der exklusiven Flaschengärung. Allerdings handelt es sich dabei niemals um Champagner, lediglich um Perlwein „a là Méthode champenoise“. Was diesen Perlweinen fehlt, ist nämlich das einzigartige Aroma der Champagner-Trauben aus Nordfrankreich.
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